 le chambre Am Freitag, dem 9. Mai fing unsere Reise nach Südfrankreich sehr zeitig an.
Schon 5:45 Uhr sind wir nach knapp zwei Stunden Vorbereitung mit dem Auto in Richtung Frankreich aufgebrochen.
Die Kinder waren anfangs hellwach, und haben belustigt die zeitversetzten Routenhinweise unserer beiden Navigationssysteme kommentiert.
Gegen acht war dann bei allen der Hunger so groß, dass wir eine kurze Pause mit Frühstück eingelegt haben, kurz danach waren beide Kinder eingeschlafen.
Gegen elf hatten wir dann noch eine weitere Rast zum Beine vertreten und wegen der menschlichen Bedürfnisse. Die Pause zog sich dann so ein wenig hin, was mir ganz lieb war, denn der anlässlich des Hochzeitstages reservierte Tisch im Parkrestaurant von Bad Herrenalb (Schwarzwald) war noch etwa 120km entfernt - genau das richtige Timing. In beiden Navis war der Ort schon als Ziel berechnet und die Prognose lautete 11:55 Uhr!
 Überraschung! Martina wusste eigentlich nur, dass ich für die Mittagszeit ein Plätzchen zum Austoben für die Kinder herausgesucht hatte, weshalb sie dann schon erstaunt war, wieso wir nach der Autbahnabfahrt von der A5 noch 30km zu fahren hätten. Nach der schier endlos wirkenden Strecke durch den herrlichen Schwarzwald (die Kinder haben auch nix verraten!) kamen wir dann endlich in Bad Herrenalb an und ich habe Martina hinter den Park vom Restaurant dirigiert.
Erst als ich statt auf der herrlichen Terasse ein Plätzchen zu suchen direkt in's Restaurant gegangen bin, schwante ihr etwas (so ist zumindest ihre offizielle Version). einmal austoben bitte
Die Kellnerin wußte sofort Bescheid - wahrscheinlich war die Bestellung eines Tisches zum Hochzeitstag dort eine Premiere - und führte uns an einen extra hübsch dekorierten Tisch und brachte uns Sekt zum Anstoßen (den haben wir dann aber mitgenommen, um unsere Fahrtüchtigkeit nicht zu gefährden) ;-)
Das Essen war fantastisch. Neben einer Kostprobe selbstgebeizten Lachs gab es hausgemachte Spätzle, Maultäschle, Kartoffelsalat und für den Papa zusätzlich Schweinemedaillons. Alles sehr lecker uns stilvoll angerichtet - ein echter Geheimtipp wenn es nicht so weit weg wäre...
 romantisches Garbetiere
Die Kinder haben während des dritten Ganges schon draussen am Bach und im Park gespielt, deshalb sind wir dann noch auf den Spielplatz gegangen und gegen 14:00 Uhr hat Martina schon sehr zum Aufbruch gedrängelt - zum Glück, denn ich hatte den zweiten Teil der Strecke nur auf 3-4 Stunden geschätzt. Eine komplette Fehlplanung, denn Schwiegerpapis Navi hatte als Ankunft 20:30 Uhr ausgerechnet - ich hatte dem Hotel in Estrablin unsere Ankunft für 17:00-19:00 Uhr avisiert!
Dieses Wunderwerk der Technik hat dann auch dazu geführt, das wir die entlegensten Winkel des mittleren Schwarzwaldes kennenlernen durften - soweit man bei Tempo 50-70 von kennenlernen reden darf. Irgendwie scheint Garmin die "schnellste Route" zu berechnen, ohne topografische Besonderheiten wie 180-Grad-Kurven oder 15-prozentige Steigungen und Gefälle zu berücksichtigen.
 nachts im Park
Da wir nicht mehr weit von der Grenze (Mulhouse) entfernt waren, hatte ich komplett auf das VW-Navi verzichtet und der Streetpilot C510 hat sich den verschlungensten Weg durch die Berge zur nächsten Kraftfahrtstraße mit Autobahnanschluss gesucht.Bei dem Gekurve mußten wir dann recht schnell die Reisetabletten in die zweite Reihe reichen. ;-)
Im zähflüssigem Verkehr kamen wir dann irgendwann nach Frankreich und durften unsere erste mautpflichtige Straße befahren. Mit 130km/h kann man nerven- und benzinsparend fahren, leider kommt man nicht sehr schnell voran, weshalb die Ankunftsprognose vom Navi bald 20:55 Uhr anzeigte. Als sich dann auch noch Streckenabschnitte mit Tempo 110 oder gar 90km/h häuften, bin ich dann doch mit etwas nervös geworden und habe die Tarierung meines Tachos ausgenutzt (ein Kfz-Tacho zeigt ja immer größere Geschwindigkeiten, als das Auto tatsächlich fährt).
Prompt hatte das Garmin-Navi was zu meckern, denn in Frankreich stehen überall an den Autobahnen feste Blitzer und offenbar sind diese als POIs schon im Navi als "Gefahrenpunkte" mit dabei. Damit wird man praktischerweise vor festen Blitzern gewarnt und wenn man die zulässige Geschwindigkeit der Strecke überschreitet, warnt es einen noch eindringlicher.
Aber gegen 19:00 Uhr war dann Lyon noch weit und ich habe dann im Hotel angerufen und unsere spätere Ankunft mitgeteilt - die "hôtesse d' accuceil" hat tatsächlich auf uns gewartet und ist nach unsererem Einchecken sofort verschwunden.
Das "La Garbetiere" war übrigens eine echte Überraschung. Es war noch hübscher und (liebenswert) skuriler als ich angenommen hatte. Neben einem sehr gepflegtem Park war indem "Schloss" aus dem 16. Jahrhundert ein erstaunlich großes Hotel untergebracht, dessen Zimmer angenehm in die vorhandenen Räume integriert waren. Das dies in jeweils verschiedenen Epochen (auch innerhalb des 20. Jh.) passierte, tat dem keinen Abbruch - es war einfach - liebenswert...
Nur die Kinder fanden's gewöhnungsbedürftig - kein Wunder bei Betten mit französischer Decke (durchgehend über's Doppelbett und an beiden Seiten unter der Matratze festgeklemmt). Das ein Bidet sich nur bedingt zum Händewäschen eignet, war eine lustige Erfahrung der Kinder am Rande ("Papa, das Waschbecken spritzt...") :-)
Letztes Update : 05-10-2008 17:36
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